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Josip Landeka: Der Wechselkönig der 3. Liga :: DFB

Dass Josip Landeka Rekordhalter der dritten Liga ist, war ihm zunächst nicht bewusst. "Erst ein Fan hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich im Kicker-Sonderheft als der Wandervogel betitelt werde", sagt er im Gespräch mit DFB.de. Seit der Gründung der 3. Liga im Jahre 2008 stand der Mittelfeldspieler bei sechs verschiedenen Drittligisten unter Vertrag - niemand sonst hat so viele Vereinswechsel innerhalb dieser Spielklasse vorzuweisen. "Manchmal wollte ich einen Tapetenwechsel haben", sagt er. "Es gab auch Stationen, wo ich mir keinen Vereinswechsel gewünscht habe. Aber letztendlich war jeder Wechsel durch die Trainer und Mannschaften eine tolle Erfahrung."

Umzüge sind für ihn längst zur Routine geworden. Trotzdem hat er in seiner neuen Heimat bei der SG Sonnenhof Großaspach noch keine Bleibe gefunden. "Als Fußballer ist es schwierig, eine Wohnung zu bekommen", sagt der 27-Jährige. "Die Vermieter wissen, dass man in diesem Beruf häufig in eine andere Stadt ziehen muss." Dass er mittlerweile als Wechselkönig bekannt ist, vereinfacht die Situation nicht unbedingt. Bis er auf dem Wohnungsmarkt fündig geworden ist, lebt er bei seinen Schwiegereltern in Stuttgart. In jener Stadt also, in der seine abwechslungsreiche Drittligakarriere den Anfang nahm.

Jobvermittlung durch Jürgen Klopp

Nicht zuletzt Jürgen Klopp war es zu verdanken, dass Josip Landeka beim ersten Spieltag der 3. Liga mit von der Partie war. Zuvor stand er beim 1. FSV Mainz 05 unter Vertrag, kam allerdings nur bei den Amateuren zum Einsatz. Die Perspektive auf ein Debüt in der zweiten Liga war mau. "Jürgen Klopp hatte mich immer sehr gefördert", erinnert sich der Kroate. "Aber als er nach Dortmund ging, kündigte sein Nachfolger Jörn Andersen an, dass die jungen Spieler weiter in der zweiten Mannschaft spielen würden. Jürgen Klopp hat daraufhin den Kontakt zu den Stuttgarter Kickers hergestellt, damit ich anstelle der Regionalliga in der dritten Liga spielen kann."

Noch heute denkt er gerne an seine erste Profistation zurück. Sportlich wurde auf ihn gesetzt, privat lernte er seine spätere Ehefrau kennen. Einziger (großer) Wermutstropfen war der Abstieg in die Regionalliga. So kam es innerhalb der 3. Liga zum Vereinswechsel Nummer eins.

Die nächste Station klang vielversprechend. Der SV Wehen Wiesbaden war gerade aus der 2. Bundesliga abgestiegen. Niemand konnte ahnen, dass die Hessen auch eine Liga darunter gegen den Abstieg spielen würden. Für Josip Landeka verlief die Saison gemischt. Nachdem er in der Hinrunde noch regelmäßig zum Einsatz kam, zog ihn eine Verletzung viele Wochen aus dem Verkehr. Als er wieder bei den Profis mitmischen durfte, ist Trainer Hans Werner Moser bereits durch Gino Littieri ersetzt worden. "Dadurch war es für mich schwer, wieder in die Mannschaft zurückzukommen", erzählt Landeka. "Ich war nicht mehr erste Wahl. Mir wurde empfohlen, einen neuen Verein zu suchen." Es folgte Vereinswechsel Nummer zwei.

"Die 3. Liga überrascht mich immer wieder"

Zur Saison 2010/2011 wagte Josip Landeka einen Neuanfang beim FC Carl Zeiss Jena. Die Zeichen standen gut, dass es in Thüringen ein längerer Aufenthalt werden würde. Josip Landeka wurde Stammspieler, die sportliche Entwicklung erschien vielversprechend. Nie hätte er gedacht, dass es zwei Jahre später zum Abstieg kommen würde. "Wir hatten eigentlich eine überdurchschnittlich gute Mannschaft, aber die 3. Liga überrascht mich immer wieder", so Landeka. "Es gibt immer wieder Vereine, die eigentlich nach oben gehören und plötzlich in den Abwärtsstrudel geraten." Durchaus möglich, dass Jena ansonsten eine längere Station von ihm geworden wäre. Sein Vertrag lief bis 2013 - galt allerdings nicht für die Regionalliga. Also: Vereinswechsel Nummer drei.

Den Chemnitzer FC, zu dem Josip Landeka in der Sommerpause 2012 ging, bezeichnet er als den stärksten Verein seiner Karriere. Der damals 25-Jährige entwickelte sich auf Anhieb zum Stammspieler. Der sechste Tabellenplatz der ersten Saison konnte sich sehen lassen. In der zweiten Spielzeit ergab sich jedoch das gleiche Schicksal wie in Wiesbaden: Landeka zog sich eine langwierige Verletzung zu, und während seiner Abwesenheit ergab sich ein Trainerwechsel. "Für mich wurde es wieder schwierig, Spielzeit zu bekommen", erinnert er sich. "Mir wurde gesagt, dass man nicht mehr auf mich setzt." Es kam zu Vereinswechsel Nummer vier.

Landeka in Darmstadt: Erst der Aufstieg, dann der Schock

Beim SV Darmstadt 98, dem er sich in der Winterpause 2013/2014 anschloss, erlebte Josip Landeka eion Highlight seiner Karriere. In dem Relegationsrückspiel gegen Arminia Bielefeld wurde er in der 70. Spielminute eingewechselt. Als sein Mannschaftskamerad Elton de Costa in der Nachspielzeit der Verlängerung den entscheidenden Treffer zum 4:2 erzielte und den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt machte, kannten auch bei ihm die Gefühlsausbrüche keine Grenzen mehr: "Ich habe selten nach einem Spiel geweint. Aber danach konnte ich einfach nicht mehr aufhören. Es war ein so unglaubliches Gefühl, wie man es nur selten erlebt."

Authors: DFB

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